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| Einsatzbericht: Verkehrsunfall im Viamalatunnel (Viamala-Brand) |
| Samstag, 16. September 2006 - 13:15 |
A13 - Zillis: Verkehrsunfall fordert mehrere Todesopfer, Auftakt
Bei einer Kollision auf der Autostrasse A13, zwischen Andeer und Thusis im Viamalatunnel, sind am Samstag gegen 13.15 Uhr vermutlich mehrere Personen tödlich verunfallt. Der Unfallhergang ist noch nicht geklärt. Am Unfall sind ein Personenwagen sowie ein Reisecar beteiligt. Zum Teil sind Fahrzeuge ausgebrannt. Die Bergung der Verletzten erwies sich wegen der starken Rauchentwicklung als schwierig. Bis jetzt konnte ein Toter und mehrere Leichtverletzte aus dem Tunnel geborgen werden. Die Autostrasse A13 ist bis auf weiteres in beiden Richtungen gesperrt. Der Verkehr wird über die Kantonsstrasse umgeleitet.
Wir bitten um Verständnis, dass wir im gegenwärtigen Zeitpunkt keine weiteren Auskünfte und Statements geben können.
Datum: 16.09.2006
Zeit: 15:19
A13 - Zillis: Zum schweren Verkehrsunfall im Viamalatunnel
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen folgende gesicherte Erkenntnisse vor. Die Einsatzkräfte am Unfallort Polizei, Feuerwehr, Sanität konnten bis zur Stunde 6 Todesopfer aus dem Tunnel bergen. Im weiteren wurden am Unfallort 6 Verletzte notfallmässig medizinisch versorgt und anschliessend mit Rettungswagen und Helikopter in die Spitäler Thusis und Chur transportiert. Der Unfallhergang ist noch unklar und Gegenstand von Abklärungen. Ebenfalls im Einsatz sind Angehörige des Care Teams Grischun. Die Strasse beleib bis auf weiteres für jeglichen Verkehr gesperrt. Eine Umleitung ist signalisiert. Sobald weitere gesicherte Erkenntnisse vorliegen erfolgt eine neue Medienorientierung.
Wir bitten um Verständnis, dass wir im gegenwärtigen Zeitpunkt keine weiteren Auskünfte und Statements geben können.
Datum: 16.09.2006
Zeit: 16:55
A13 - Zillis: 6 Tote bei Verkehrsunfall im Viamalatunnel
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen folgende gesicherten Erkenntnisse vor. Der Verkehrsunfall im 750 Meter langen Viamalatunnel hat 6 Todesopfer, einen Schwerverletzter sowie 5 Leichtverletzte gefordert. Die Verletzten wurden mit Rettungswagen und Rega-Helikopter in die Spitäler Thusis und Chur sowie ins Unispital Zürich transportiert.
Die Rettungskräfte haben im Tunnel insgesamt 7 Fahrzeuge vorgefunden. Am Verkehrsunfall waren 3 Fahrzeuge beteiligt. Ein Reisecar, mit Tessiner Kontrollschildern, sowie ein Personenwagen waren vollständig ausgebrannt. Drei Todesopfer wurden ausserhalb der Fahrzeuge auf der Fahrbahn im Tunnel gefunden. Zwei Personen wurden durch die Feuerwehr kurz vor dem Südportal angetroffen und unverzüglich ins Freie transportiert. Eine dieser Personen verstarb noch am Unfallort und die zweite wurde ins Spital eingeliefert. Zwei weitere Todesopfer wurden in einem Fahrzeug gefunden. Es ist noch nicht bekannt, ob sich alle Insassen der involvierten Fahrzeuge rechtszeitig aus dem Tunnel retten konnten. Nach der Kollision brach direkt Feuer im Tunnel aus. Der Unfallhergang ist noch unklar und Gegenstand von Abklärungen. Ausser zwei Personen konnten alle Carinsassen, 23 Mitglieder des Eishockeyteams Bellinzona, gerettet werden. Sie wurden nach Thusis transportiert und werden da durch das Care Team betreut. Zwei Insassen des Reisecars werden noch vermisst. Noch nicht geklärt sind die Identitäten der Opfer und die Immatrikulation der Fahrzeuge Zur Abklärung der Identitäten sowie des Unfallhergangs stehen Spezialisten des Kriminaltechnischen Dienstes der Kantonspolizei Graubünden sowie des Wissenschaftlichen Forschungsdienstes der Stadtpolizei Zürich im Einsatz. Die Staatsanwaltschaft Graubünden war vor Ort und hat die Ermittlungen zum Unfallhergang aufgenommen.
Insgesamt standen ca. 100 Rettungskräfte der Feuerwehr, Sanität, Polizei, Tiefbauamt sowie des Care Teams im Einsatz. Ein Sorgentelefon wurde eingerichtet. Am Viamalatunnel entstand durch den Brand erheblicher Sachschaden. Der Tunnel bleibt mindestens eine Woche für jeglichen Verkehr gesperrt. Eine Umleitung über die Kantonsstrasse ist signalisiert.
Datum: 16.09.2006
Zeit: 20:35
A13 - Zillis: Unfallhergang noch ungeklärt
Die Ermittlungen zum schweren Verkehrsunfall vom Samstag im Viamalatunnel, der sechs Todesopfer und sechs Verletzte gefordert hat, haben bisher folgende neue Erkenntnisse gebracht:
Die Todesopfer konnten noch nicht identifiziert werden. Der Unfallhergang ist noch nicht geklärt. Die detaillierte Spurensicherung ist im Gang. Daran beteiligt sind der Wissenschaftliche Dienst der Stadtpolizei Zürich und der Kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei Graubünden. Auch die Staatsanwaltschaft Graubünden hat Ermittlungen aufgenommen.
Nebst dem Reisecar mit Tessiner Kontrollschildern handelt es sich bei den im Tunnel vorgefundenen Fahrzeugen um je einen Sattelschlepper aus Deutschland und Österreich, ein Wohnwagengespann mit Bündner Kontrollschildern sowie um einen abgekoppelten Wohnwagen mit deutschen Kennzeichen. Beim Lenker des Zugfahrzeugs des abgekoppelten Wohnwagens handelt es sich um einen deutschen Staatsangehörigen, der den Tunnel unverletzt mit dem Zugfahrzeug über das Südportal verlassen konnte. Die zwei am Unfall beteiligten Personenwagen, die ausgebrannt sind, konnten noch nicht zugeordnet werden.
Datum: 17.09.2006
Zeit: 10:57
A13 - Zillis: Technische Informationen des TBA zum Viamala- Tunnel
Auf Angaben des kantonalen Tiefbauamts (TBA) Graubünden beruhen die folgenden technischen Informationen zur San-Bernardino-Route und zum Viamala-Tunnel:
Der Viamala-Tunnel bildet einen Bestandteil der San-Bernardino-Route, einer zweispurigen Gebirgsautostrasse mit Gegenverkehr. Sie weist viele Kurven, zum Teil grössere Steigungen und viele Kunstbauten wie Brücken, Galerien und Tunnels auf.
Der 1967 eröffnete Viamala-Tunnel ist 740 Meter lang, liegt in einer leichten Kurve und hat ein Gefälle von ca. fünf Prozent. Nach 30 Jahren wurde er einer Gesamterneuerung unterzogen und verfügt über die aus heutiger Sicht notwendigen elektromechanischen Sicherheitseinrichtungen wie Brandmeldeanlage, Brandnotleuchten, Natel- und Radio-Empfang, Funkversorgung und Lüftungseinrichtungen. Ein Fluchtstollen ist bei diesem relativ kurzen Tunnel nicht vorhanden.
Auf der San-Bernardino-Route werden derzeit mehrere längere Tunnels saniert und mit Fluchtmöglichkeiten ausgerüstet. Es gibt noch weitere Tunnels, die in einer nächsten Etappe saniert oder mit den neuesten Sicherheitseinrichtungen nachgerüstete werden müssen.
Datum: 17.09.2006
Zeit: 13:30
Medienmitteilung der Regierung des Kantons Graubünden zum Verkehrsunfall im Viamala-Tunnel auf der A13 vom 16. September 2006
Bündner Regierung zeigt sich betroffen
Mit Bestürzung hat die Bündner Regierung vom tragischen Verkehrsunfall auf der A13 im Viamala-Tunnel vom vergangenen Samstag Kenntnis nehmen müssen. Sie entbietet den Hinterbliebenen der Todesopfer ihr herzliches Beileid, wünscht den Verletzten rasche Genesung und den Direktbetroffenen die baldige Bewältigung dieses Ereignisses.
Trotz aller Tragik hat die Bündner Regierung zur Kenntnis nehmen dürfen, dass die Rettungsmassnahmen unverzüglich und professionell erfolgten. Sie dankt deshalb den rund 100 im Einsatz gestandenen Rettungskräften der Feuerwehr, Sanität, Rega, Samariterdienste, Polizei und dem Tiefbauamt. Auch der sofortige Einsatz des Care Teams Grischun in enger Zusammenarbeit mit dem Care Team aus dem Kanton Tessin sowie die Einrichtung eines Sorgentelefons im Rahmen des Kantonalen Führungsstabs haben sich für die Betreuung und Information der Bevölkerung bewährt.
Wichtig für die Bündner Regierung ist auch die Feststellung des kantonalen Tiefbauamts, dass der Viamala-Tunnel über die aus heutiger Sicht notwendigen elektromechanischen Sicherheitseinrichtungen verfügt.
Regierungsrat Dr. Martin Schmid hat sich vor Ort über den Unfall informiert und den Einsatzkräften für ihre professionelle Arbeit gedankt.
Datum: 17.09.2006
Zeit: 17:00
A13 - Zillis: Zwei weitere Todesopfer festgestellt
Der schwere Verkehrsunfall vom letzten Samstag im Viamala-Tunnel hat zwei weitere Todesopfer gefordert. Die detaillierten Ermittlungen des Wissenschaftlichen Dienstes der Stadtpolizei Zürich und des Kriminaltechnischen Dienstes der Kantonspolizei Graubünden haben ergeben, dass einer der beiden völlig ausgebrannten Personenwagen mit vier Insassen besetzt war. Bisher wurde von zwei Autoinsassen ausgegangen. Beim Unfall kamen demnach acht Menschen ums Leben. Eine Person wurde schwer verletzt, ihr Zustand ist nach Angaben der Ärzte sehr kritisch. Fünf Personen erlitten leichte Verletzungen. Die Ermittlungen zur Feststellung der Identität der Todesopfer, die ins Institut für Rechtsmedizin St. Gallen überführt wurden, sind noch im Gang.
Die nach dem Unfall im Viamala-Tunnel aufgefundenen Fahrzeuge wurden mittlerweile für weitere Abklärungen geborgen. Es handelte sich nebst dem Tessiner Reisecar um zwei Personenwagen mit deutschen Kontrollschildern, um je einen Sattelschlepper aus Deutschland und Österreich, ein Wohnwagengespann mit Bündner Kontrollschildern sowie um einen abgekoppelten Wohnwagen. Der Lenker des Zugfahrzeugs des abgekoppelten Wohnwagens, ein deutscher Staatsangehöriger, konnte den Viamala-Tunnel unverletzt verlassen.
Der Unfallhergang ist nach wie vor unklar. Die sehr komplexen Ermittlungen zur Klärung des Unfalls werden noch viel Zeit beanspruchen. Weitere gesicherte Erkenntnisse liegen derzeit nicht vor.
Datum: 18.09.2006
Zeit: 10:50
A13 - Zillis: Schwerverletzter gestorben
Der schwer verletzte Mann, der nach dem Unfall vom letzten Samstag im Viamala-Tunnel kurz vor dem Südportal von den Rettungskräften geborgen und per Helikopter ins Spital nach Zürich gebracht wurde, ist am Montag seinen Verletzungen erlegen. Die Identität des Mannes ist noch nicht geklärt. Der schwere Unfall auf der San-Bernardino-Route hat damit insgesamt neun Todesopfer gefordert.
Weitere gesicherte Erkenntnisse liegen zum jetzigen Zeitpunkt nicht vor.
Datum: 18.09.2006
Zeit: 16:20
A13 - Zillis: Vier Todesopfer identifiziert
Vier der neun Todesopfer, die beim schweren Verkehrsunfall vom Samstag, 16. September 2006, im Viamala-Tunnel auf der Autostrasse A13 bei Zillis/GR ums Leben gekommen sind, konnten bisher zweifelsfrei identifiziert werden. Tödlich verunfallt sind ein 48-jähriger Bündner, eine 32-jährige Tessinerin und ein 46-jähriger Tessiner sowie ein 90-jähriger Mann aus Bayern/Deutschland. Der Bündner hatte das Wohnwagengespann gelenkt, das im südlichsten Bereich der Unfallstelle aufgefunden wurde. Der Mann und die Frau aus dem Kanton Tessin waren im Reisecar unterwegs, aus dem sich 21 Personen retten konnten. Der 90-jährige Mann aus dem bayrischen Allgäu war der Lenker eines Personenwagens, welcher beim Unfall völlig ausbrannte. Alle vier identifizierten Todesopfer waren auf der Fahrbahn im Tunnel aufgefunden worden. Zur Klärung der Todesursache dieser vier Personen werden noch detaillierte Untersuchungen beim Institut für Rechtsmedizin in St. Gallen vorgenommen.
Noch nicht abgeschlossen sind die Ermittlungen zur zweifelsfreien Klärung der Identität der weiteren fünf Todesopfer vom Unfall im Viamala-Tunnel. Nach wie vor ungeklärt ist der Unfallhergang. Diese überaus komplexen Ermittlungen werden noch geraume Zeit beanspruchen.
Datum: 20.09.2006
Zeit: 16:10
A13 - Zillis: Brand in Viamala-Tunnel, alle Todesopfer identifiziert
Alle Verunglückten, die beim schweren Verkehrsunfall vom Samstag, 16. September 2006, im Viamala-Tunnel auf der Autostrasse A13 bei Zillis/GR ums Leben gekommen sind, konnten durch das Institut für Rechtsmedizin in St. Gallen identifiziert werden. Nachdem bereits am Dienstag die Identifizierung der ersten vier Todesopfer erfolgte, konnten nun auch eine vierköpfige Familie aus Deutschland und der Chauffeur des in Deutschland immatrikulierten Sattelschleppers zweifelsfrei identifiziert werden. Bei der vierköpfigen Familie aus Deutschland, die in einem der beiden beim Unfall völlig ausgebrannten Fahrzeug sass, handelt es sich um den 41-jährigen Vater, die 33-jährige Mutter sowie um deren zwei Kinder im Alter von vier und eineinhalb Jahren. Der 52- jährige Lastwagenchauffeur hatte sich beim Unfall schwerste Verletzungen zugezogen und wurde kurz vor dem Südportal von den Rettungskräften geborgen und per Rega- Helikopter ins Universitätsspital Zürich transportiert, wo er am Montag verstarb. Zur Klärung der Todesursache werden noch detaillierte Untersuchungen beim Institut für Rechtsmedizin in St. Gallen vorgenommen.
Nach wie vor ungeklärt ist der Unfallhergang. Diese überaus komplexen Ermittlungen werden noch geraume Zeit beanspruchen.
Datum:23.09.2006
Zeit: 10:30